Der Berger de Brie ist ein rustikaler, gut proportionierter Hund. Nach dem geltenden Tierschutzgesetz werden die Ohren in der BRD nicht kupiert. Als besonderes Kennzeichen hat der Berger de Brie an den Hinterläufen doppelte Afterkrallen, die so nah wie möglich am Boden angesetzt sind. Jede doppelte Afterkralle muß aus zwei knochigen Teilen mit Kralle bestehen.

Charakter/Wesen:
Die strapaziöse Arbeit des Schafehütens der ursprünglichen Aufgabe des Berger de Brie erforderte einen aufmerksamen, sehr wendigen und ausdauernden Hund. Diese Hütehundeigenschaften und sein Sinn für die selbständige Erledigung einer Aufgabe konnten bis heute erhalten werden.

Seine Anpassungsfähigkeit und seine Geduld mit Kindern favorisieren ihn heute zum Familien-und Begleithund in unserer hektischen Umwelt. Statt Schafen hütet er nun mit Begeisterung  seine Familie. Gut zu beobachten ist dies bei gemeinsamen Spaziergängen: Tanzt eines seiner Schäfchen aus der Reihe, so wird er unruhig und versucht, es mit sanfter Gewalt wieder hinein zu stupsen.

Der Berger de Brie ist ein idealer und treuer Familienhund und darf auf keinen Fall im Zwinger gehalten werden. Der dauernde Kontakt mit seiner Familie ist für ihn das wichtigste. Der Berger de Brie will dabeisein. Deshalb wird er sich immer einen Platz aussuchen, an dem er mitten im Geschehen ist.

Der Berger de Brie behandelt Kinder stets als Kinder und es ist immer wieder überraschend, wie sanft und vorsichtig dieses Temperamentsbündel mit ihnen umzugehen weiß. Dennoch läßt man und dies gilt für alle Rassen! Kleinkinder und Hunde niemals unbeaufsichtigt.

Fremden gegenüber verhält sich der Berger de Brie zurückhaltend, ist aber nicht unfreundlich; er will nur selbst den ersten Schritt tun. 

(Quelle: VDH)

Soviel zur Rassenbeschreibung vom VDH.

Unsere persönliche Erfahrung mit der Rasse Briard sieht so aus: 

Zuerst einmal ist auch ein Briard ein Hund mit Bedürfnissen und Anforderungen, wie alle anderen Artgenossen auch. Er ist und bleibt ein Lebewesen mit dem Anspruch seiner Art entsprechend behandelt und erzogen zu werden. Auch wenn wir schnell dazu neigen, unsere geliebten Vierbeiner zu vermenschlichen, sollten wir diese Tatsache nie aus den Augen verlieren. 

Was ist nun anders an einem Briard???

Eingefleischte Briard Besitzer könnten hierzu mit Sicherheit seitenweise schreiben und erzählen.

Es wäre wohl soviel, dass es keiner mehr lesen würde.

Zu seinen Charakter/Wesen wird geschrieben, dass er für  strapaziöse Arbeit an der Schafherde besonders geeignet ist.

Mal Hand aufs Herz:

Wer von den Briard Besitzern hat eine eigene Herde von Gras fressenden Wollherstellern die den ganzen Tag "Mähh" rufen für seinen Hund????

 Ich behaupte mal die aller wenigsten.

Das heißt, dass ein Briard  seine eigentliche  Aufgabe nicht erfüllen kann, diese aber irgendwie anders Erfüllen möchte.

Das kann auch unter Umständen ein Verhalten des Hundes hervor rufen, welches als "nicht Familienfreundlich" gewertet wird.

Das Kind, was losrennt um auf dem schnellen Weg zum Spielplatz zu rennen, dieses vom Hirtenhund Briard zurück zur "Herde" getrieben wird.

Das geschieht mit den Mitteln, die ein Hund nun mal zur Verfügung hat. Bestenfalls ist es ein vorsichtiges Abdrängen zurück zur Gruppe. Es kann aber auch mit Kneifen in die Beine oder Arme sein.

Schon wird schnell ein Missverständnis zwischen Aggression und normalem Hüte-Trieb interpretiert.

 

Die Rasse Briard wird als selbständig denkend beschrieben. 

Auch hier wird schnell selbständiges Denken mit Dickköpfigkeit oder unerziehbares Verhalten verwechselt. Ihr dürft nie vergessen, dass diese Rasse genau hierfür gezüchtet wurde. Zum selbständigen Denken und Handeln.

Wer glaubt, seinem Briard hier mit Gewalt entgegen zu wirken, wird sein blaues Wunder erleben.

Hier ist vielmehr Führungsqualität vom Rudelführer und geistiger Anspruch an den Hund gefragt. 

Die Lösung kann nur Beschäftigung und geduldiges Führen vom liebenswerten aber anspruchsvollen Briard sein. Eine Aufgabe, die Zeit und viel Einfühlungsvermögen verlangt.

Ist man als Rudelführer bereit diese Aufgaben zu bewältigen, hat man einen treuen Begleiter, der mit Dir durch dick und dünn geht, ohne mit der Rute zu zucken. 

Wir möchten unsere zwei Briards für nichts auf der Welt wieder hergeben.